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Gericht entscheidet Ditzinger Urnenzoff

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Tags: UrnebeisetzungDitzingGericht

Friede seiner Asche. Der fromme Spruch wird für Harry Bergmanns Vater so schnell nicht wahr. Im Februar beerdigte der Sohn seinen Vater auf dem Ditzinger Friedhof – doch dann weigerte er sich, die vollen Bestattungsgebühren zu zahlen und verklagte die Stadt. Zu Unrecht, wie jetzt das Verwaltungsgericht urteilte.

Am 11. Februar 2011 soll der Vater von Harry Bergmann seine letzte Ruhe finden. Zuerst wird der Leichnam im Krematorium Bonholz in Rutesheim eingeäschert, dann auf dem Friedhof in Ditzingen beigesetzt. Wie in solchen Fällen üblich, schickt die Stadt der Witwe eine Rechnung über 350 Euro. Der größte Anteil geht für die anonyme Urnenstätte drauf, dazu kommen Kosten für die Benutzung der Aussegnungshalle und die Beisetzung.
Doch damit fängt der Ärger an. „Die Rechnung ist völlig überzogen“, schimpft Harry Bergmann. Er schreibt einen Brief an die Stadt und legt Widerspruch ein. Das Ergebnis: 50 Euro obendrauf. Bergmann denkt gar nicht daran, die Rechnung vollständig zu begleichen. Er überweist bloß 150 Euro. „Für mich ist das Abzocke. Die Stadt versucht, mit dem Leid anderer Geld zu verdienen. Das ist unverschämt.“
Die Parteien treffen sich Ende Oktober vor dem Verwaltungsgericht in Stuttgart wieder. Bergmann erscheint für seine Mutter, aber ohne Anwalt. Vorher hat er sich fachkundigen Rat in seinem Bekanntenkreis eingeholt. Bergmann greift vor Gericht Ditzingens Friedhofsgebührensatzung und die Forderungen gegen seine Familie vehement an.
Das Ergebnis ist ernüchternd. „Der Kläger hat keinen Sachverhalt geltend gemacht, der zur Nichtigkeit der genannten Bescheide führen könnte“, steht in dem Urteil, das unserer Zeitung vorliegt.
Zur Frage, ob die Ditzinger Friedhofssatzung zu hohe Grabnutzungsgebühren vorsieht oder korrekt ist, nimmt das Gericht nicht Stellung. „Der Kläger hätte seine Rechte durch Erhebung einer allgemeinen Leistungsklage verfolgen können“, heißt es in dem Urteil. Doch das hatte Bergmann nicht getan, weil er auf juristischen Beistand verzichtete. Schon während der Verhandlung hatte die Richterin den Kläger wegen seiner Marschroute gerügt.
„Ich bin sehr traurig“, sagte Harry Bergmann gestern im LKZ-Gespräch. „Die Klage wurde wegen irgendwelcher juristischer Spitzfindigkeiten abgeschmettert.“
Die Stadt Ditzingen nimmt das Urteil mit Genugtuung auf. „Wir haben nichts anderes erwartet“, sagte der Pressesprecher Guido Braun. „Wir sind kein teurer Jakob. Unsere Gebühren für anonyme Urnenstätten sind im Vergleich zum Umkreis sehr günstig.“ Braun sieht dem weiteren Verfahren nun gelassen entgegen.
Doch Harry Bergmann ist es ernst. Er hat vier Wochen Zeit, um sich gegen das Urteil zu wehren. Dann würde es vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim weitergehen. Dort bräuchte Bergmann zwingend einen Anwalt. Derzeit sieht es so aus, dass er weiter kämpft.
In knapp zwei Wochen trifft er sich aber zunächst mit dem Bestatter in Ludwigsburg vor Gericht. Der will für seine Leistungen gut 2000 Euro haben, auch hier hat Bergmann nur einen Teil überwiesen. „Man kann Menschen günstiger und mit gleicher Qualität unter die Erde bringen“, sagte der Kläger gestern. „Es kann nicht sein, dass immer nur die Hand aufgehalten wird.“




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