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Gemeinderat stimmte Krematorium zu

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Das Krematorium hat eine wichtige Hürde genommen: Mit 21 Ja- und elf Neinstimmen votierte der Gemeinderat am Dienstag in geheimer Abstimmung für eine Sondergebietsausweisung. Drei Räte enthielten sich. Nun hat das Gericht das letzte Wort, die Standortgegner fordern ein Normenkontrollverfahren.

Das "Abwägungsmaterial" behördlicher und privater Stellungnahmen umriss Bürgermeister Achim Keßler. Unter anderem verwies er auf ein Urteil des bayrischen Verwaltungsgerichtshofs, wonach Krematorien in Gewerbegebieten in Einzelfällen zulässig seien. Die große Nachfrage nach Urnenbestattung in Sinsheim sowie die "ausreichende Entfernung zum Wohnbereich mit verkehrlich sinnvoller Anbindung" rechtfertigten die Planung. Das Schutzgut Mensch sei durch Schadstoffwerte unter der Irrelevanzschwelle nicht gefährdet. Wertverlusten sei vorgebeugt. Keßler räumte die "nicht planungskonforme Genehmigung" ein. Bedenken hätten zum Zeitpunkt allerdings nicht vorgelegen. "Würden wir heute entscheiden, würden die Dinge anders laufen", sagte OB Rolf Geinert am Dienstagabend. Ein Antrag eines Reiheners im Saal um Verschiebung der Abstimmung zur Suche eines Kompromisses mit dem Investor wurde abgelehnt.

"Keine Glanzleistung der Verwaltung", sah CDU-Sprecher Friedhelm Zoller im Verfahren. Der Ortschaftsrat, über dessen Votum man sich hinwegsetze, sei zwar "ein hohes Gut", doch zum Zeitpunkt der zweiten Abstimmung "ausgedünnt" gewesen. "Die Anlage ist noch nicht gebaut", räumte er ein und stellte im Fall eines Votums dagegen die Frage nach Verantwortlichkeit und Haftung.

"Emotional-irrationale Ursachen" sah Freie-Wähler-Sprecher Harald Gmelin für die Aufregung der Standortgegner. Ängste seien geschürt worden. Zum Ausschluss von Gefahren habe man sich neutraler Gutachter bedient. Letztlich müsse, wer in ein Gewerbegebiet baue, auch wissen, "dass dieses kein Erholungsgebiet ist". Vorteile sah Gmelin in den Möglichkeiten für Beschäftigung.

"Das Krematorium ist zur Glaubensfrage geworden", schilderte SPD-Chefin Magdalena Hirzel, die Diskussion enthalte "Facetten, die wir missbilligen". Sie hielt das "Gutachten für schlüssig", unbequeme Entscheidungen erforderten den Mut, "sich nicht zu beugen, sondern standzuhalten".

"Ungewöhnlich" – unter diesen Begriff stellte "Aktiv-für-Sinsheim"-Sprecher Alexander Hertel den Themenkomplex vom Grundstück und dessen Lage über das Verfahren bis hin zu Initiativen-Sprecher Hubert Kerber: "Kompetent, doch mit dem Anspruch auf Mehrheitsmeinung", so Hertel. Sein Vize Jürgen Bauer sah den Fall als kommunalpolitisches Lehrbeispiel, "wie man mit einem höchst sensiblen Thema nicht umgeht".

"Es wurde nur durch öffentlichen Druck nachgebessert", schilderte Grünen-Rat Stefan Seitz. Nach wie vor hielt er Lage und Nähe zum Wohngebiet problematisch. Am Rande der Sitzung gab es Tumulte.




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