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Krematorium Lübeck: Wir wollen uns nicht verstecken

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Seit 100 Jahren ist das Lübecker Krematorium auf dem Vorwerker Friedhof in Betrieb. Der Anteil an Feuerbestattungen habe seitdem stetig zugenommen, erklärt Geschäftsführer Peter Berg.

Waren es bis 1920 noch rund 100 Einäscherungen im Jahr, so stieg die Zahl bis zu den 70er Jahren auf etwa 1000. In Lübeck liege der Anteil von Feuerbestattungen (Kosten brutto: 400 Euro) mittlerweile bei rund 75 Prozent, sagt Berg. Besonders beliebt sei die Seebestattung: Jedes Jahr würden auf diese Weise rund 12 000 bis 15 000 Urnen beigesetzt. Dennoch stellt der Geschäftsführer fest: „In Lübeck muss noch viel Aufklärungsarbeit betrieben werden.“ Besonders deutlich sei dies bei einem Tag der offenen Tür geworden. „Gerechnet haben wir mit mindestens 200 Personen – gekommen sind knapp 80“, erinnert sich Berg, „das ist viel zu wenig.“

Vor etwas über einem Jahr hat die Feuerbestattungen Schleswig-Holstein GmbH (FSH) das lübsche Krematorium von der Stadt übernommen. Eins ihrer Ziele ist, Hemmschwellen abzubauen: Inzwischen können Angehörige einer Einäscherung beiwohnen, und es werden Führungen durch die Einrichtung angeboten. „Wir wollen kein Ort des öffentlichen Andrangs werden“, stellt Berg klar, „aber uns auch nicht verstecken.“

Es habe eine Zeit gegeben, da habe er selbst nur ungern seinen Beruf genannt, erinnert sich der Flensburger Bestatter. „Alle anderen brachten lustige Anekdoten von der Arbeit mit nach Hause – so etwas gibt es in meinem Beruf nicht.“ Mittlerweile gehe er jedoch offen mit dem Thema um und ist sicher, dass ein zwangloser Besuch im Krematorium Menschen viel von dem Unbehagen nehmen könne.

Besucher des Krematoriums erwartet anlässlich des 100-jährigen Bestehens eine Ausstellung zur „Geschichte der Feuerbestattung mit Blick auf Lübeck“. Dort erfahren die Gäste zum Beispiel, dass die erste Einäscherung in Lübeck am 17. Mai 1910 stattfand – kremiert wurde damals Louise Gräfin Baudissin – oder dass das Krematorium 1944 wegen eines Mangels an Kohle vorübergehend geschlossen werden musste. Wieder eröffnet wurde 1950 – mit Gasöfen.

Quelle: Lübecker Nachrichten




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