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Hartmüller: In Göllheim wird das umstrittene Krematorium nun doch nicht gebaut.

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GÖLLHEIM: FWG-Vorsitzender kritisiert Ortschef Hartmüllers Alleingang beim Neujahrsempfang

In Göllheim wird das umstrittene Krematorium nun doch nicht gebaut. Dies verkündete Ortsbürgermeister Dieter Hartmüller (CDU) am Sonntagabend auf dem Neujahrsempfang der Ortsgemeinde.

Und sorgte mit der Mitteilung für Verblüffung bei den Besuchern.

Mit diesem Paukenschlag hatte kaum jemand gerechnet. Vor allem nicht die Freien Wähler Göllheim (FWG), die im Gemeinderat gegen das Krematorium gestimmt und danach immer wieder schwere Bedenken geäußert hatten, unter anderem bezüglich der Umweltgefahren, die von einer solchen Einrichtung ausgehen könnten.

Dass man bei der FWG nun erleichtert ist, steht außer Frage. Unzufrieden ist man aber mit der Vorgehensweise des Ortsbürgermeisters: "Natürlich sind wir grundsätzlich froh, dass der Bürgermeister und seine Fraktion jetzt doch zu der Überzeugung gekommen sind, dass es besser ist, das Krematorium nicht zu bauen", sagte der FWG-Vorsitzende Wolfgang Driedger im Gespräch mit der RHEINPFALZ. "Allerdings kann der Bürgermeister das nicht einfach aus eigener Machtvollkommenheit heraus verkünden. Beschlüsse, die der Gemeinderat gefasst hat, müssen auch im Gemeinderat revidiert werden." Selbst wenn es sich bei der Ankündigung Hartmüllers um einen Formfehler handele und natürlich davon auszugehen sei, dass es zu diesem Beschluss kommen werde, könne Hartmüller sich nicht einfach vorher schon über den Gemeinderat hinwegsetzen. "Ich sorge mich vor allem um die Außenwirkung. Der Bürgermeister und der Rat - und damit auch Göllheim selbst - stehen jetzt nicht gut da."

Driedger ist nach wie vor der Überzeugung, dass es sich beim Beschluss pro Krematorium um einen Schnellschuss gehandelt habe. Die Bürger hätten nicht lange genug Zeit gehabt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. "Herr Hartmüller beruft sich zwar darauf, dass zu entsprechenden Informationsveranstaltungen und Terminen niemand erschienen sei, aber die Bürger brauchen für solche Entscheidungen nun mal etwas länger. Das dann so schnell und mit einer so knappen Mehrheit im Gemeinderat durchzupeitschen, war kein guter Stil, zumal bei einem solch sensiblen Thema", so Driedger.

Hartmüller selbst will seine überraschende Ankündigung beim Neujahrsempfang keinesfalls als Übergehen des Gemeinderats verstanden wissen: "Die Rücknahme des Grundsatzbeschlusses pro Krematorium wird selbstverständlich auf die Tagesordnung gesetzt, doch so lange wollte ich die Bürger nicht warten lassen", so der Ortschef auf Nachfrage der RHEINPFALZ. "Ich wollte die Leute im Ort erst einmal beruhigen." Im Nachgang zur Berichterstattung der RHEINPFALZ, ("Was ist dran an dem Giftgas-Vorwurf" vom 6. Januar) seien besorgte Bürger auf ihn zugekommen, die bisher trotz zahlreicher Informationsveranstaltungen noch nicht in Erscheinung getreten seien. Daraus habe er geschlossen, dass es doch noch Diskussionsbedarf gebe. "Meine eigentliche Intention war nicht, über Wochen für Unruhe zu sorgen", betont Hartmüller.

Im Übrigen habe er vor seiner Ankündigung beim Neujahrsempfang mit allen Ratsmitgliedern gesprochen, die in der Sitzung für das Krematorium gestimmt hätten. "Sie wussten Bescheid." Auf die Frage, ob er dann nicht besser auch die FWG eingeweiht hätte, sagte er: "Da die FWG sich klar gegen den Bau positioniert und sich weitere Schritte vorbehalten hatte, beispielsweise die Überprüfung des Beschlussverfahrens in der betreffenden Sitzung, war ihre Haltung hinlänglich bekannt." Den Vorwurf der Machtvollkommenheit weist er zurück: "Mit dem Grundsatzbeschluss war keine unmittelbare Ausführung verbunden. Es hätte noch weiterer Ratsbeschlüsse bedurft, um den Krematoriumsbau überhaupt voranzutreiben."

In einem sind sich der FWG-Vorsitzende Driedger und Hartmüller aber einig: Das Krematorium wird definitiv nicht gebaut. "Wir werden im Rat jetzt nicht plötzlich dafür stimmen. Die FWG hat ihre Meinung nicht geändert, aber wir wollen das ordnungsgemäß in einer Ratssitzung erledigt haben", so Driedger. Weiter nachkarten will er nicht: "Wir freuen uns, dass wir mit unserer Einschätzung des Bürgerwillens Recht behalten haben, aber es zeugt auch von einer gewissen Größe, dass Hartmüller jetzt den Rückzieher macht."




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