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Nach dem Ableben in einen Diamant verwandelt

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Kevin Haupt will Bestatter werden - Vielseitiges Berufsbild - Große Palette der Bestattungsmöglichkeiten: Vom Erdgrab bis zur Reise ins Weltall

„Dass ein junger Mensch direkt nach der Schule eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft macht, verstehen nicht viele Menschen. Erste Reaktionen sind, wie ich selbst erfahren konnte, irritierte Blicke, skeptische Gesichter und jede Menge Unverständnis. Dass das aber alles unnötig ist, möchte ich mit meinem kurzen Einblick in den Beruf des Bestatters verdeutlichen“, berichtet Kevin Haupt über seine Zukunftspläne.

„Schon seit mehr als vier Jahren steht für mich fest, nach meinem Realschulabschluss möchte ich Bestatter werden. Doch das ist gar nicht so einfach. Während meiner Schulzeit habe ich immer wieder versucht durch Praktika Einblicke in diesen Beruf zu bekommen. Den Beruf des Bestatters nennt man Bestattungsfachkraft und wird seit dem Jahr 2003 offiziell als Ausbildungsberuf anerkannt. Zwar starben auch davor schon die Menschen und mussten deshalb auch beerdigt werden, doch da wurden diese Arbeiten von einem Schreiner miterledigt. Der Beruf der Bestattungsfachkraft ist also noch relativ neu. Deshalb ist es gerade in unserer ländlichen Gegend relativ schwierig in eine der kleinen Bestattungsbetriebe zu gelangen. Oftmals sind es kleinere Familienbetriebe, die keine Erlaubnis zur Ausbildung haben.

Nach unzähligen Telefonaten kam ich zu der Erkenntnis, keinen Praktikumsplatz, geschweige denn einen Ausbildungsplatz, auf dem Dorf zu bekommen. In größeren Städten hat man bessere Chancen um Einblicke in die Branche zu bekommen. Von meinem ersten Praktikum an war ich gleich so sehr begeistert, dass ich in den folgenden Ferien erneut in einem Bestattungsbetrieb mithalf.

Viele Menschen denken, der Bestatter habe nur mit Leichen zu tun, doch das stimmt gar nicht. Als Bestattungsfachkraft versorgt man den Verstorbenen, das heißt, man begleitet ihn vom Eintritt des Todes bis zur Beerdigung. Man holt ihn also ab, kleidet ihn an, wäscht ihn, sargt ihn ein und beerdigt ihn schließlich. Das alles geschieht mithilfe der Angehörigen, der Familie und den Freunden. Schließlich muss mit ihnen geklärt werden, wie die Beisetzung ablaufen soll, oder ob es ein Testament gibt. Als Bestattungsfachkraft kümmert man sich auch um das Abmelden des Verstorbenen beim Standesamt, von Versicherungen und der Krankenkasse, um viele Formalitäten wie um die Art der Beerdigung, die Traueranzeige und die Ausrichtung der Trauerfeier, bzw. Beerdigung.

Während meines Praktikums habe ich Einblicke in all diese Tätigkeitsfelder erlangt und war fasziniert davon. Denn sind wir mal ehrlich, wer war schon wirklich mal in einem Kühlhaus? Wer weiß, wie man einen verstorbenen Menschen ankleidet, die Totenstarre löst? Wer kann ein Krematorium, also ein Ort an dem die Verstorbenen eingeäschert werden, genauestens betrachten?

Der Tod ist in unserer Gesellschaft immer noch ein großes Tabu-Thema, obwohl es uns doch alle angeht. Jeder von uns wird früher oder später damit konfrontiert werden. Doch auseinandersetzen und damit befassen möchte sich keiner. Wahrscheinlich deshalb auch eher die skeptischen Blicke, wenn ich einen meiner Freunde über meinen Berufswunsch erzähle.

Wir leben im Jahr 2011, einem modernen Zeitalter und unsere neumodische Welt macht sich auch in der Branche des Bestatters sichtbar. Es gibt die unterschiedlichsten Bestattungsmöglichkeiten, von der einfachen Beerdigung im Sarg, über die Einäscherung und der anschließenden Beisetzung als Urne, die anonyme Beerdigung, den Friedwald, ein Wald, in dem die Asche des Verstorbenen unter Bäumen verstreut wird, bis zur etwas skurrilen Art des Abschießens ins All. Dabei wird ebenfalls die Urne in die Luft geschossen. Eine weitere Möglichkeit des Beerdigens ist das Herstellen eines Schmuckstücks. Dabei wird die Asche so bearbeitet, dass am Ende eine Art Diamant entsteht, welcher von den Angehörigen aufbewahrt werden kann.

Ebenso vielfältig wie die Beerdigungen, sind auch die Abläufe der Trauerfeiern. Es gibt die verschiedenfarbigsten Urnen und Särge, es gibt Urnenwände in denen die Urne eingestellt, und nicht wie sonst unter der Erde begraben wird.

Auch der Ablauf der Trauerfeier kann relativ frei gestaltet werden. Oftmals spielt nicht nur die Orgel und die Angehörigen singen traurige Lieder, sondern es werden Lieblingslieder des Verstorbenen gespielt, kurze Reden gehalten, um so noch einmal intensiv an den Toten zu denken. Doch ich muss sagen, nicht nur die Beerdigung läuft unterschiedlich ab, auch die Verstorbenen sehen jedes Mal völlig anders aus.

Ich wurde vor zwei Jahren an meinem ersten Praktikumstag schon mit Verstorbenen konfrontiert. Seit ich die erste Leiche im Krankenhaus sah, macht es mir nichts mehr aus, verstorbene Menschen zu sehen. Doch man sieht als Bestatter nicht nur alte Menschen. Von Kindern über junge Erwachsene bis hin zum Rentner trifft man dort alles an. Doch nicht nur die friedlich eingeschlafenen Toten, sondern auch Unfallopfer, Wasserleichen und tagelang unentdeckte Verstorbene. Allerdings muss ich dazu sagen, es kommt immer darauf an, wo genau der Bestatter seinen Betrieb hat: In Großstädten wie Frankfurt, München und Berlin trifft man natürlicherweise häufiger auf solche extrem aussehende Leichen als in einem kleinem Dorf im tiefsten Vogelsberg.

Wie man sieht, ist die Tätigkeit eines Bestatters, bzw. der Bestattungsfachkraft sehr abwechselnd und spannend. Wer sich damit befasst wird schnell feststellen, dass dieser Beruf alles andere als trist und traurig ist, denn natürlich wird während der Arbeit auch gelacht und ein Bestatter ist auch ein Mensch wie jeder andere der natürlich auch Spaß hat, und mit seinen Kumpels um die Häuser zieht.

Ab dem Sommer werde ich tatsächlich meine Ausbildung als Bestattungsfachkraft antreten, auch wenn die dreijährige Ausbildung mich zwingt von meinem beschaulichen Wohnort in die große Stadt zu gehen, werde ich voller Tatandrang loslegen und hoffentlich noch viele überzeugen von dem doch wichtigen Beruf, denn was würden wir machen, wenn es den Bestatter nicht geben würde? Einer muss es schließlich ja dann doch tun, ich mache es sogar gerne.“

www.Lifegem-deutschland.de




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