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Asche zu Asche

Published by in German / Deutsch ·

Vor Hundert Jahren wurde in Preußen die erste Feuerbestattung zugelassen. Dem war eine lange öffentliche Diskussion vorausgegangen. Vorreiter war das Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha, das 1878 in Gotha das erste Krematorium einweihte. Kirsten Heckmann-Janz mit einer kleinen Kulturgeschichte der Feuerbestattung.

Platzsparende und hygienische Bestattungsform im 19. Jahrhundert

Im christlich geprägten Europa galt die Feuerbestattung als ein Brauch heidnischen Ursprungs, denn die Auferstehung – so die Kirchenmeinung – war ohne den Körper nicht denkbar. Mit der Industrialisierung und wachsenden Bevölkerungszahlen fand die Feuerbestattung als platzsparende und außerdem hygienische Bestattungsform immer mehr Fürsprecher, vor allem unter Naturwissenschaftlern und im aufgeklärten Bürgertum. Zu den Befürwortern zählten zum Beispiel der Arzt Rudolf Virchow, der Sprachforscher Jacob Grimm und der Landschaftsarchitekt Hermann von Pückler-Muskau.
Bau eines kommunalen Krematoriums in Dresden

Das erste Krematorium im Deutschen Reich wurde 1878 in Gotha eingeweiht. Bis auch Preußen 1911 die Feuerbestattung erlaubte, vergingen 33 Jahre. Im Königreich Sachsen war das "Verbrennen von Leichen" erst wenige Jahre vorher erstritten worden. Hier war das erste Krematorium 1906 in Chemnitz eingeweiht worden. Zwei Jahre später beschlossen die Dresdner Stadträte den Bau eines kommunalen Krematoriums. Den Auftrag für den Entwurf erhielt der Hamburger Architekt Fritz Schumacher. Am 22. Mai 1911 wurde das Krematorium auf dem Johannisfriedhof in Dresden-Tolkewitz mit der Einäscherung von Frau Auguste Sophie Wilhelmine Emilie Martin, geborene Spannuth, eingeweiht - zwei Tage, nachdem das preußische Gesetz zur Einäscherung verabschiedet worden.

Gründung von Feuerbestattungsgenossenschaften

In den 1920er-Jahren wurde die Kremierung durch das Engagement von Freidenker- und Arbeiterbewegung populär. Sozialistische und kommunistische Feuerbestattungsgenossenschaften wurden gegründet. Schon zu Lebzeiten leisteten die Mitglieder Beitragszahlungen, sodass die Kosten bei der Bestattung verhältnismäßig gering ausfielen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die die Einäscherungszahlen in Deutschland zunächst leicht zurück. Doch seit Mitte der 1960er-Jahre stiegen die Zahlen wieder an. Damals erlaubte die katholische Kirche ihren Mitgliedern, sich einäschern zu lassen. Heute sind nur noch rund die Hälfte der Beisetzungen in Deutschland Erdbestattungen.




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