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Kissing: Ein Besuch im Krematorium

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Tags: KrematoriumKissingTagOffeneTür

Rund 1500 Interessierte nehmen an den Führungen teil. Bürgerinitiative hält sich im Hintergrund

Mering Es waren heikle Fragen, denen sich Kissings Krematoriumsleiter Rainer Haupt am „Tag der offenen Tür“ zu stellen hatte: Luftverschmutzung und Gestank waren dabei nur einige Punkte, über die die etwa 1500 Besucher genauer informiert werden wollten. Immerhin hatte die Bürgerinitiative „Kissinger sagen Nein“ im Vorfeld der Eröffnung für eine kontroverse Debatte gesorgt. Kein Wunder also, dass die Furcht vor Quecksilber-Emissionen sich noch nicht ganz gelegt hatte.

Haupt ist sich dessen bewusst und will mit dem Infotag die Möglichkeit bieten, mehr über den genauen Vorgang sowie den technischen Ablauf der Einäscherung zu erfahren. In Gruppen bekommen die Gäste eine Führung durch Haupt oder durch Michael Hammer, den Architekten des modern geschnittenen Gebäudes. „Anders, als viele denken, muss ein Krematorium kein dunkles Verließ sein.

Dieses Haus ist besonders hell und zeigt, dass es nichts verstecken will“, so Hammer. Nach einem kurzen Verweis auf den Kühlraum und eine Erläuterung der Aufnahmeformalien geht es in das Abschiedszimmer. Von dort aus können die Angehörigen durch eine Glasscheibe die Einäscherung mit verfolgen. „Doch dieses Angebot nehmen nicht alle wahr“, sagt Hammer. Die Verbrennung dauert etwa 60 bis 70 Minuten. Inzwischen gebe es laut Hammer täglich davon etwa fünf bis zehn, wobei maximal 18 bei andauerndem Betrieb möglich seien. „Seit der Eröffnung hat es etwa 70 Bestattungen gegeben“, sagt Haupt. Was dabei an übrig gebliebenem Zahngold oder anderen Edelmetallen erhalten geblieben ist, spende das Institut an karitative Einrichtungen. „Dabei achte ich darauf, dass das Geld in der Gemeinde bleibt und beispielsweise behinderten Kindern zugute kommt“, sagt er. Nach der Prozedur könne die Urne von dem Bestattungsunternehmen abgeholt werden.

Auch über den Schadstoffausstoß klärt Haupt auf: „Dank unseres modernen Katalysatorsystems und der korrekten Entsorgung der Filterrückstände durch ein zertifiziertes Entsorgungsunternehmen liegen unsere Abgaswerte 80 Prozent unter dem zulässigen Grenzwert.

Aus dem Kamin kommt Wasserdampf

Was raucht, ist tatsächlich Wasserdampf“, so der Geschäftsführer. Bei einer seiner Führungen seien ebenfalls Mitglieder der Bürgerinitiative unter den Leuten gewesen, hätten sich während seiner Erklärungen jedoch zurückgehalten und nichts kommentiert. „Wie so oft ist hier aus einem Reiskorn ein ganzer Sack gemacht worden“, sagt Haupt. Er hoffe, dass sich diese Gerüchte nach seiner Aufklärung „in Rauch aufgelöst haben“. Für die Rückenstärkung durch Kissings Bürgermeister Manfred Wolf bedankten sich Rainer Haupt und seine Frau. Wolf war gekommen, um ein Einweihungsgeschenk in Form des Kissinger Wappens zu überreichen.

Auch Landrat Christian Knauer hat sich, obwohl er gerade im Urlaub ist, auf den Weg ins Krematorium gemacht. „Nachdem so viel über diese Anlage diskutiert wurde, wollte ich mir ein Bild davon machen. Die Führung von Herrn Haupt interessiert mich auch als Privatperson“, sagt er.

Insgesamt war die Stimmung unter den Besuchern entspannt. Viele wollten sich genauer informieren – so auch die Schwestern Hedwig Lochner und Magdalena Hille. Beide liebäugeln mit einer Feuerbestattung, denn das sei hygienischer. „Schade finde ich nur, dass in Deutschland so konservative Regeln herrschen, wenn es um die Urnenverwahrung geht.

Warum ist es nicht möglich, die Asche mit nach Hause zu nehmen oder an einem besonderen Ort zu verstreuen?“, fragt Hille. Das solle ihrer Meinung nach geändert werden. Den „Tag der offenen Tür“ fanden die zwei sehr interessant. „Nur eine Preisliste hätte ich gerne noch gehabt“, so Lochner.




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