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Aus Demos werden Mahnwachen

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Bürgerinitiative 2 will aber jeden Donnerstag vor dem Kissinger Rathaus präsent bleiben. Derweil wachsen beim Neubau im Lechfeld schon die Wände hoch.

Kissing Heute Abend tagt der Bauausschuss im Kissinger Rathaus. Auch wenn für diesmal keine Demonstration angesagt ist: Ganz unbehelligt werden die Ausschussmitglieder nicht in den Sitzungssaal gelangen. Denn die Bürgerinitiative 2 gegen den Bau des Krematoriums (BI2) hat in Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Verein Lebensraum Kissing beschlossen, künftig Mahnwachen abzuhalten, um auf ihren Protest hinzuweisen.

Über Anwälte werden zurzeit Klagen vorbereitet gegen die rechtswirksame Baugenehmigung. Sven Gröbmüller von der BI2 sagt aber auf Nachfrage der Friedberger Allgemeinen, er müsse noch Einzelaspekte abklären, ehe er mit gesicherten Aussagen an die Öffentlichkeit gehen könne.

Die BI-Mitglieder haben zudem ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 30.6.2005 (AZ: 15 BV 04.576) ausfindig gemacht, nach dem ein Krematorium in einem Gewerbegebiet „regelmäßig unzulässig“ ist. Das Gericht gelangte laut einer Pressemitteilung zum Ergebnis, dass der Zweck eines Krematoriums nicht auf gewerblich betriebene Verbrennung Verstorbener reduziert werden darf. Feuerbestattungsanlagen müssten so beschaffen sein und betrieben werden, dass die Würde des Verstorbenen und das sittliche Empfinden der Allgemeinheit nicht verletzt werden. Dem hält die Gemeinde Kissing entgegen, dass mit dem von Betreiber Rainer Haupt vorgesehenen Abschiedsraum und dem stark eingegrünten Grundstück obige Erfordernisse erfüllt werden. „Wir haben auch von Anfang an ein ordentliches Bebauungsplanverfahren zur Änderung des Gewerbegebiets Nord in diesem Bereich durchgeführt, in dem alle Aspekte durchdiskutiert wurden“, sagt Bürgermeister Manfred Wolf.

Homepage mit vielen Fakten

Die Kommune hat inzwischen auf ihrer Homepage einiges an Fakten zum Thema Krematorium aufgeführt. Unter anderem auch die Aussage, dass Haupt das Grundstück im Nordwesten Kissing von der Gemeinde erworben hat. „Das ist durchaus üblich, dass wir da zwischengeschaltet werden. Wir haben von privat erworben und es an den Investor weiterveräußert“, so der Bürgermeister. Kissing baue ja auch die Straße dorthin und lasse sich die Auslagen dafür vom Käufer rückerstatten. Mitglieder der BI versuchen nachzuweisen, dass Haupt in der Öffentlichkeit gemachte Zusagen (Vortrag bei der Kissinger AWO) nicht einhalte und deshalb insgesamt unglaubwürdig werde. Vor etwa 50 Zuhörern hatte Haupt gesagt, er habe nichts zu verbergen, man könne alle Unterlagen einsehen. Der Investor hält aber daran fest, dass die BI2, nicht, wie gewünscht, Einblick in den Kaufvertrag erhält. „Ich kann doch einem Mitkonkurrenten keine kaufmännischen Details preisgeben“, begründet das Haupt. Denn ihm sei bekannt, dass die BI2 mehrfach schon Kontakt zum Betreiber des Kemptener Krematoriums hatte.

Laut Bürgermeister Wolf wächst in der Bevölkerung die Verärgerung über das, was die BI2 in ihrem Internetforum betreibt. Er wiederum muss sich den Vorwurf von Birgit Zielauf gefallen lassen, dass er nicht vollständig zitiere. Es gab am 7. Dezember vergangenen Jahres ein Hearing im Rathaus, in dem die BI2 sich der Hilfe eines Experten bediente, der aus beruflichen Gründen nicht mehr genannt werden will. Dieser hatte den Anlagenbauer Gregor Kaiser zwar gefragt, warum er denn die guten Werte, die seine Anlage erreichen könne, nicht ins Internet stelle und damit Werbung für sich mache. Zielauf macht darauf aufmerksam, dass der Experte damals ergänzte: „Ich bezweifle aber, dass sie die Werte einhalten können“ – und diesen Zusatz lasse Wolf wohlweislich immer weg.




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