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Edelmetallraub sorgt derzeit in der Bestattungsbranche in Deutschland für Aufsehen. Bernische Krematorien dagegen winken ab. Dass Edelmetall entwendet werde, sei ein «Gerücht», heisst es.
In Deutschland sorgt ein Fall von Edelmetallraub in einem Hamburger Krematorium für Aufsehen: Den Mitarbeitern des Krematoriums wird vorgeworfen, Zahngold und Schmuck aus der Asche von Toten entwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Hamburg gehe davon aus, dass die Mitarbeiter seit mehreren Jahren Goldzähne von Verstorbenen weiterverkauft hätten, schreibt die Fachzeitschrift Bestatterzeitung.de. In der «Hamburger Morgenpost» wurde ein Informant zitiert, der gar von einem Krematoriumschef wisse, der sich mit dem Golderlös die Winterferien finanziere.
«Es ist nur die Spitze des Eisbergs», sagt Peter Niermann, Geschäftsführer der Bestatterzeitung.de. Bevor die Asche nach der Kremierung in die Urne abgefüllt werde, werde sie in einer Aschemühle verfeinert – in dieser Phase des Kremierungsprozesses könnten Goldpartikel aussortiert werden. Die Entwendung von Edelmetallen aus Krematorien wecke ungute Assoziationen und sei ein Problem. Denn es handle sich anscheinend um ein Millionengeschäft. «Ich glaube nicht, dass das in der Schweiz anders ist, nur wahrhaben will das keiner», sagt Niermann. Die holländische Firma Ortho-
In Bern sei es kein Thema
Er habe noch nie gehört, dass man Gold aus der kremierten Asche heraussiebe, sagt hingegen Peter Bonsack, Technischer Leiter des Krematoriums der Stadt Biel und Präsident der Interessengemeinschaft der Friedhof-
Auch für Christian Gasser, Geschäftsführer des Krematoriums Bern, ist Edelmetallentwendung kein Thema. Schmuck gehöre nicht ins Krematorium: Ringe und Uhren etwa würden den Toten schon vor der Aufbahrung entfernt. Selbst wenn kleinere Goldpartikel in der Asche wären, laute die Anweisung, diese in der Asche zu belassen, «schon nur aus Pietätsgründen», sagt Gasser.
Implantate werden aufbereitet
Orthopädische Implantate wie etwa Hüftgelenke, die zu gross seien, um in der Aschemühle gemahlen zu werden, würden nach dem Kremieren aus der Asche entfernt und wiederaufbereitet. Das hochwertige Metall von Implantaten werde an eine Firma weitergegeben, die im Bereich des Schiffbaus tätig sei und aus dem Metall unter anderem Schiffsschrauben anfertige. Der Ertrag daraus belaufe sich jährlich auf «etwas mehr als 1000 Franken». Dieser Ertrag werde über die Geschäftsbuchhaltung abgewickelt. Gasser, der zudem Vizepräsident des Schweizerischen Verbands der Krematorien ist, meint: Das Verhalten der übrigen Schweizer Krematorien entspreche wohl der Berner Praxis.
Diese Einschätzung bestätigt Heinrich Fehr, Präsident der Luzerner Feuerbestattungs-