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Krematorium: Anrainer äußern Bedenken

Published by Kleie Zeitung in German / Deutsch · 11/11/2011 13:21:06
Tags: KrematoriumTrofaiacherFriedhof

Noch ist das Projekt der Stadtwerke "Krematorium am Trofaiacher Friedhof" nicht eingereicht. Anrainer wurden nun zu einer Informationsveranstaltung geladen, die sehr sachlich ablief.

Bürgermeister Mario Abl betonte, dass man die Bürgerinfo gemacht habe, weil es sich um ein nicht alltägliches Projekt handle. Dieses befinde sich in der Vorphase und die Bevölkerung könne noch Anregungen in das Projekt einfließen lassen. Die Gemeinde selbst habe mit dem Projekt nichts zu tun, müsse sich aber als Baubehörde damit beschäftigen.

Manfred Wehr, Trofaiachs neuer Stadtwerkedirektor, ging auf die Genese des Projekts ein. Bei einer Analyse des Geschäftsfeldes Bestattung habe man festgestellt, dass sich alles in Richtung Feuerbestattung entwickle, es in der Steiermark aber nur zwei Feuerhallen in Knittelfeld und Graz gebe.

"Es gibt weiteren Bedarf", so Wehr. Er untermauerte den Trend mit Zahlen: "In den vergangenen neun Monaten hat es in Trofaiach 130 Bestattungen gegeben, davon 80 Feuer- und 50 Erdbestattungen", so Wehr. In der Pietätgruppe, zu der Trofaiach neben Leoben, Bruck, Kapfenberg und Mürzzuschlag gehört, habe es 850 Feuerbestattungen gegeben. Mit dem Krematorium könne man mit einer Auslastung von 900 bis 1000 Feuerbestattungen starten. Das wäre auch wirtschaftlich.

"Die Anlieferung der Toten erfolgt mittels Sammeltransporten mit jeweils vier Särgen, was pro Woche vier bis fünf Fahrten wären", erklärt Wehr. Der Standort am Friedhof sei gut geeignet, weil man das Krematorium ins bestehende Objekt, anschließend an die Zeremonienhalle, integrieren könnte. Auch das Bestattungsunternehmen solle künftig seinen Sitz am Friedhof haben.

Thomas Lais, Leiter der Trofaiacher Bestattung, gab Einblicke in den Verbrennungsvorgang und lieferte technische Daten zum Ofen, der mit Gas beheizt werden soll, zu den Ascheresten und Abgasen. "Es kommt maximal warme Luft heraus", so Lais. Zum Thema Geruchsbelästigung meinte er, dass Überprüfungen in Deutschland keinerlei Belästigungen ergeben hätten. "Der Verbrennungsvorgang für einen Toten dauert zwischen 35 und 50 Minuten."
Sorgen

Im Anschluss an die Projektvorstellung äußerten Anrainer ihre Bedenken und Ängste. Diese betreffen vor allem den Verkehr durch die enge Friedhofsgasse. Wie Bürgermeister Abl betonte, werde die Friedhofsgasse um 500.000 Euro saniert und mit einem Gehsteig versehen. "Es wird durch das Krematorium aber kein zusätzliches Verkehrsaufkommen geben", so Abl.

Ein Anrainer meinte, dass es keine Verbrennung ohne Emissionen gebe. "Ich glaube nicht, dass da nichts herauskommt. Da kommt Staub, Kohlenmonoxid und Dioxin heraus. Und was passiert mit dem Quecksilber?" August Wagner, ehemaliger Stadtwerkedirektor, meinte dazu, dass es Schadstoffe gibt, dass diese aber durch Zugabe von Kohlenstoff gefiltert werden. Der Filter sei 84 Quadratmeter groß, und es werde permanente Messungen und Dokumentationen geben. Außerdem gebe es genau vorgeschriebene Grenzwerte, die eingehalten werden müssen.

Sorgen haben die Anrainer aber nicht nur wegen ihrer Lebensqualität, sondern auch deshalb, weil es durch das Krematorium zur Abwertung ihrer Grundstücke und Häuser komme, und sich diese auch nicht mehr verkaufen ließen.
Gemeinderat

Kritik kam von KP-Vizebürgermeisterin Gabriele Leitenbauer. Sie möchte das Projekt im Gemeinderat behandelt wissen. "Bevor das Projekt auf Schiene geht, muss man im Gemeinderat alles auf den Tisch legen und im Gemeinderat entscheiden", so Leitenbauer. Bürgermeister Abl erklärte dazu, dass dies nicht notwendig sei, da es sich um ein Vorhaben der Stadtwerke und keines der Gemeinde handle.





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